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ALLGEMEINES: Der zentrale Rohstoff für ölige Naturfarben ist das Leinöl. Es wird aus der Flachs- oder Leinpflanze gewonnen. Die
Samen des Flachses werden zerquetscht und kalt unter hohem Druck ausgepresst. Leinöl trocknet durch die Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft. Mit reinem Leinöl behandelte Hölzer sind erst nach mehreren
Tagen durchgetrocknet. Um die schlechten Trocknungseigenschaften zu verbessern, werden dem Leinöl Trockenstoffe zugesetzt. Per Definition wird das Leinöl danach Leinölfirnis genannt.
ANWENDUNG:
Oberflächenschutz für alle Hölzer im Innenbereich, insbesondere Möbel, Türen, Arbeitsplatten, Wandverkleidungen, Balken, etc. Zur Behandlung von Naturstein und Kork.
EIGENSCHAFTEN:
o diffusionsfähig o schmutz- und wasserabweisend o hervorragendes Eindringvermögen o feuert die Holzmaserung an o verleiht hellen Hölzern eine warme Honigtönung
o reißt nicht o läßt sich bei Beschädigung örtlich nacharbeiten o sehr ergiebig
ZUSAMMENSETZUNG: Leinöl, bleifreie Trockenstoffe (Cobalt- und Zirkoniumoctoate)
VERARBEITUNG: Der Untergrund muß unbehandelt, trocken, sauber, fettfrei und saugfähig sein. Verarbeitungstemperatur mind. 10 °C. Das Anlegen eines Probeanstriches an verdeckter Stelle ist
empfehlenswert, um eventuelle Farbveränderungen des Holzes zu bewerten. Stark saugende Hölzer (alte Balken, abgelaugte Möbel u. ä.) können mit verdünntem Leinölfirnis grundiert werden. Unverdünnter
Leinölfirnis wird mit dem Pinsel dünn und gleichmäßig aufgetragen. Überstände sind zu vermeiden bzw. nach ca. 30 Min. mit einem fusselfreien Lappen abzunehmen bis die Oberfläche ein gleichmäßig
seidenmattes Erscheinungsbild bietet.
Überstände erscheinen als naßglänzende Stellen und Pfützen. Nicht entfernte Überstände trocknen u. U. nicht durch, bleiben klebrig und führen zu
Glanzunterschieden. Diese Stellen nicht überstreichen, sondern mit Ziehklinge, Reinigungspad oder milder 5 %iger Sodalauge entfernen und ggf. neu behandeln.
Zur Veranschaulichung:
Leinölfirnis soll keine Schicht auf dem Holz bilden, sondern in das Holz eindringen und die Poren auskleiden.
PFLEGE: Geölte und gewachste Oberflächen sollen bei geringer Verschmutzung nur mit
handwarmem Wasser ohne Zusätze gereinigt werden. Kein heißes Wasser und keine entfettenden bzw. scheuernden Reiniger verwenden.
TROCKENZEITEN: Überarbeitbar nach ca.24 Std. bei 20 °C und 65%
relativer Luftfeuchte. Hohe Luftfeuchtigkeit, Kälte, gerbstoffhaltige Untergründe (Eiche, etc.) und zu hohe Verbrauchsmengen können die Trockenzeit wesentlich verlängern. Endhärte wird nach ca. 4
Wochen erreicht, während dieser Zeit schonend behandeln.
VERBRAUCH: Je nach Saugfähigkeit des Untergrundes pro Anstrich ca. 0,05 -0,1 Liter / m².
LAGERUNG: Kühl, trocken, frostfrei
und luftdicht verschlossen ist Leinölfirnis mehrere Jahre haltbar. Restmengen sollten zur Verhinderung der Hautbildung in kleinere Gefäße mit wenig Luftvolumen umgefüllt werden. Durch Hautbildung
verunreinigtes Öl vor der Verarbeitung durch ein Lacksieb (z. B. Nylonstrumpf) geben. Durch längere Lagerzeiten (über 2 Jahre) verliert der Trockenstoff allmählich seine Wirksamkeit, d. h., das Öl
benötigt u. U. sehr lange Zeit zum Durchtrocknen.
KENNZEICHNUNG: entfällt, kein Gefahrgut
HINWEISE: Durch den Leinölgehalt besteht Selbstentzündungsgefahr der Putzlappen! Getränkte
Auftragstücher und Putzlappen sind daher ausgebreitet im Freien zu trocknen oder in einem geschlossenen, feuersicheren Behälter (Glas oder Blechdose) aufzubewahren. Beim Verstreichen ist darauf zu
achten, daß kein Leinölfirnis mit porösem bzw. saugfähigem Dämmaterial in Berührung kommt (z. B. Blähton, Cellulosedämmstoffe). Auch hier besteht Selbstentzündungsgefahr.
Für Kinder unerreichbar lagern. Mögliche Naturstoffallergien beachten. Aufgrund des Gehaltes an natürlichen Ölen kann es an Flächen mit geringem Lichteinfall zur Dunkelgilbung kommen. Bei der
Trocknung natürlicher Öle kann ein typischer Geruch auftreten, der nach wenigen Tagen verschwindet.
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