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Die Ölsaatverarbeitung in dezentralen Anlagen im ländlichen Raum hat in den letzten 10 Jahren in Deutschland eine deutliche Steigerung erfahren.
Mit Schwerpunkt in Süddeutschland sind über 80 kleinere Ölmühlenbetriebe entstanden. Der wirtschaftliche Betrieb dieser Anlagen begründet sich durch die kontinuierlich steigende Nachfrage nach der sog. gläsernen
Produktion. Bei der Rapssaatverarbeitung werden zwei Produkte hergestellt. Zum einem das Rapsöl (ca.33%) zum Anderen der Rapskuchen (ca. 67%). Abfallprodukte fallen hier nicht an.
Durch die kürzlich in
Deutschland aufgetretenen BSE-Fälle und das daraus resultierende Verbot der Tiermehlverfütterung in der Landwirtschaft entsteht die dringende Notwendigkeit, alternative Tierfuttermittel anzubieten. Rapskuchen kann
Tiermehl in weiten Teilen ersetzen und stellt eine solche Allternative dar. Der seit dem in Kraft treten des Tiermehlverbots erheblich angestiegende Preis für Rapssaat und Rapspresskuchen spiegelt die stark
gestiegende Nachfrage wieder.
Rapsöl dient als Ersatz für Diesel und Heizöl in BHKW- und Heizungsanlagen, als Treibstoff für PKW sowie als Grundlage für Biodiesel (Pflanzenölmethylester PME). Auch durch
die in vielen Bereichen erfolgte Umstellung auf biologisch erzeugte und abbaubare Schmier- und Hydrauliköle, die Mineralölprodukte mittlerweile vollständig ersetzen können, kommt es zu einem weiter steigenden Bedarf
an Pflanzenölprodukten.
Eine dezentrale Rapsölverwertung hat den Vorteil, dass die Wertschöpfung aus der Verarbeitung in der Region verbleibt. Die Transportwege sind kurz und die Produkte bleiben in
Erzeugernähe. Dadurch werden Arbeitsplätze in ländlichen, strukturschwachen Gebieten gesichert bzw. neu geschaffen. So können beispielsweise Landwirte deren eigene Rapssaat in der Anlage verwertet wird, im Gegenzug
vom Bezug des Rapskuchen als Futtermittel profitieren, bzw. das Rapsöl selbst für ihre Fahrzeuge nutzen.
Diese Tatsachen haben Herrn Martin-Peter Lähn und Herrn Karsten Reinstorf dazu bewogen, eine
Anlage zur Verwertung von Rapssaat in Echem aufzubauen. Es konnte die Firma Elbmarsch Ölmühle GmbH gegründet werden.
Das Vorhaben wurde in zwei Phasen unterteilt. Die erste Bauphase ist die Errichtung der
Ölpresse mit Filtrationsanlage und den dazu gehörigen Baulichkeiten. In einer zweiten Bauphase ist die Herstellung einer kompletten zweiten Anlage vorgesehen, die es ermöglicht Fremdverarbeitungen durchzuführen.
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